Aus unserem Rezeptarchiv
Ein Rezept. Ein Stück Italien.
Bei der Schiacciata all'uva trifft ein schlicht gehaltener Hefeteig auf reichlich dunkle Trauben, Olivenöl und Zucker. Während des Backens geben die Früchte ihren Saft ab: Im Inneren entsteht dadurch eine weiche, beinahe marmeladige Schicht, während die Oberfläche goldbraun wird und stellenweise leicht karamellisiert.
Für die typische Form wird der Teig in zwei Lagen aufgebaut. Der größere Teil der Trauben liegt zwischen den Teigplatten, die übrigen Früchte werden in die Oberfläche gedrückt. So verteilt sich der Saft im ganzen Gebäck, ohne dass der Boden vollständig durchweicht. Lauwarm schmeckt die Schiacciata besonders saftig, nach dem Abkühlen lässt sie sich dafür sauberer schneiden.
Welche Trauben eignen sich?
Am besten passen kleine, aromatische blaue oder dunkelrote Trauben mit fester Schale. Weintrauben bringen meist einen intensiven Geschmack mit, enthalten jedoch häufig Kerne. Kernlose dunkle Tafeltrauben sind eine praktische Alternative und angenehmer zu essen. Sehr große Früchte sollten halbiert werden; kleine Beeren können ganz bleiben. Nach dem Waschen müssen die Trauben sorgfältig trocknen, damit kein zusätzliches Wasser auf den Teig gelangt.
Ein weicher, aber formbarer Hefeteig
Der Teig darf geschmeidig und leicht klebrig sein, muss sich nach dem Kneten aber zu einer glatten Kugel formen lassen. Das Wasser deshalb nicht heiß, sondern nur handwarm verwenden. Abhängig vom verwendeten Mehl können einige Milliliter mehr oder weniger nötig sein. Zusätzliches Mehl sollte nur sparsam eingearbeitet werden, denn ein zu fester Teig geht schlechter auf und wird nach dem Backen trocken.
Trauben und Teig richtig schichten
Die untere Teigplatte wird etwas größer ausgerollt, damit sie Boden und Rand des Blechs bedeckt. Darauf kommen ungefähr zwei Drittel der Trauben sowie ein Teil von Zucker und Olivenöl. Die zweite Platte wird aufgelegt und am Rand gut mit der unteren Lage zusammengedrückt. Die restlichen Trauben leicht in die Oberfläche drücken, aber nicht vollständig im Teig versenken. Beim Backen platzen einige Beeren auf und ihr Saft zieht in beide Teigschichten.
Backzeit, Konsistenz und typische Fehler
Die Schiacciata ist fertig, wenn die freien Teigstellen kräftig goldbraun sind und der austretende Traubensaft am Rand sichtbar eingedickt ist. Eine blasse Oberfläche deutet meist auf eine zu kurze Backzeit hin. Wird das Gebäck zu früh angeschnitten, kann heißer Saft auslaufen und der weiche Teig zusammengedrückt werden. Vor dem Portionieren sollte es daher mindestens 20 Minuten ruhen. Dunkelt der Zucker zu schnell nach, lässt sich die Oberfläche gegen Ende locker mit Backpapier abdecken.
Servieren und aufbewahren
Das Traubenfladenbrot passt pur zum Frühstück, zum Nachmittagskaffee oder als nicht zu schweres Dessert. Wer das süß-herbe Aroma betonen möchte, kann vor dem Backen einige zerdrückte Fenchelsamen darüberstreuen. Luftdicht verpackt bleibt die Schiacciata bei kühler Raumtemperatur etwa einen Tag saftig. Für eine längere Aufbewahrung einzelne Stücke einfrieren und nach dem Auftauen kurz im Backofen erwärmen.
Poche parole. Grande sapore. ♡
